In der europäischen Praxis werden private Beziehungen in der Regel als persönliche Angelegenheit betrachtet. Dennoch entstehen innerhalb von Partnerschaften Situationen, in denen Zweifel, Verdachtsmomente und fehlende Klarheit zu erheblichen Belastungen führen. Besonders der Verdacht auf Untreue kann das Vertrauen nachhaltig erschüttern und eine konstruktive Kommunikation unmöglich machen.
In Deutschland und der Europäischen Union wird der Lügendetektortest bei Untreue nicht als Kontrollinstrument verstanden, sondern als neutrales Verfahren zur Feststellung von Tatsachen. Ziel ist es nicht, Schuld zuzuweisen oder Beziehungen zu bewerten, sondern eine klare Antwort auf eine konkrete Frage zu erhalten: Hat eine bestimmte Handlung in der Vergangenheit stattgefunden oder nicht?
Der Polygraph ersetzt weder Gespräche noch Paartherapie. Er schafft jedoch eine faktische Grundlage, auf der weitere Entscheidungen bewusst und rational getroffen werden können.
Untreue gehört zu den Ereignissen, die in der Regel gezielt verborgen werden. Beteiligte vermeiden Spuren, passen ihr Verhalten an und nutzen Situationen, in denen Kontrolle kaum möglich ist. Dadurch stoßen selbst aufwendige Methoden wie Beobachtungen oder die Auswertung digitaler Kommunikation schnell an ihre Grenzen.
Insbesondere einmalige Vorfälle – etwa während einer Dienstreise oder eines kurzen Aufenthalts in einer anderen Stadt – lassen sich kaum objektiv belegen. Häufig bleiben lediglich Indizien, die unterschiedlich interpretiert werden können und weitere Konflikte nach sich ziehen.
Der Polygraph verfolgt einen anderen Ansatz. Er analysiert physiologische Reaktionen des Körpers auf klar definierte Fragen. Dadurch kann ein Sachverhalt in kurzer Zeit geprüft werden, ohne auf äußere Beweise angewiesen zu sein.
Psychologisch betrachtet sind unbegründete Verdächtigungen nicht weniger belastend als eine tatsächliche Untreue. Dauerhafte Zweifel, Kontrolle und Misstrauen führen zu emotionalem Stress, der die Beziehung langfristig destabilisiert.
In der europäischen Beratungspraxis zeigt sich, dass gerade die Unsicherheit selbst das größte Problem darstellt. Sie fördert Konflikte, Rückzug und emotionale Distanz – manchmal sogar ohne dass jemals ein tatsächlicher Vertrauensbruch stattgefunden hat.
Ein Lügendetektortest kann diese Unsicherheit beenden. Entweder bestätigt er einen Verdacht oder entlastet die betroffene Person vollständig. In beiden Fällen entsteht Klarheit, die Voraussetzung für weitere Entscheidungen ist.
Ein Lügendetektortest in Deutschland bezieht sich ausschließlich auf vergangene Ereignisse. Der Polygraph trifft keine Aussagen über zukünftiges Verhalten und bewertet keine Charaktereigenschaften.
Ein zentraler Schritt ist die präzise Definition des Begriffs „Untreue“. Was als Grenzüberschreitung gilt, unterscheidet sich von Paar zu Paar erheblich. Ohne eine klare Festlegung wäre eine objektive Prüfung nicht möglich.
Alle Fragen werden so formuliert, dass sie eindeutig sind und nur mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden können. Mehrdeutige oder emotional gefärbte Aussagen werden bewusst vermieden, um die Aussagekraft der Ergebnisse nicht zu beeinträchtigen.
In der professionellen Polygraphie gelten vorgefertigte Fragenkataloge als ungeeignet. Standardisierte Formulierungen berücksichtigen weder den individuellen Kontext noch kulturelle oder persönliche Unterschiede und können zu fehlerhaften Ergebnissen führen.
Die Fragen werden individuell entwickelt – auf Grundlage des Anliegens der Auftraggeberin oder des Auftraggebers sowie der Informationen aus dem Vorgespräch mit der getesteten Person. Dabei ist es üblich, Formulierungen anzupassen oder zu präzisieren, sobald neue relevante Aspekte bekannt werden.
Dieser sorgfältige Vorbereitungsprozess ist zeitaufwendig, bildet jedoch die Grundlage für eine verlässliche und nachvollziehbare Untersuchung nach europäischen Qualitätsstandards.
Gemäß den Vorgaben der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) sowie des deutschen Rechts darf ein Lügendetektortest ausschließlich auf freiwilliger Basis durchgeführt werden. Ohne ausdrückliche Zustimmung ist eine Prüfung unzulässig.
Vor Beginn der Untersuchung wird die getestete Person umfassend informiert über:
Die Ergebnisse unterliegen der Vertraulichkeit und dürfen nicht ohne Einwilligung weitergegeben werden.
Nervosität und Anspannung sind bei einer Untreueprüfung normal und stellen keinen Störfaktor dar. Moderne Geräte und Auswertungsmethoden sind darauf ausgelegt, emotionale Grundspannung von Reaktionen auf Unwahrheiten zu unterscheiden.
In Deutschland legen seriöse Anbieter großen Wert auf den psychologischen Umgang mit der getesteten Person. Der Untersucher verfügt in der Regel über psychologisches Fachwissen und sorgt für einen sachlichen, respektvollen Ablauf. Der Einsatz beruhigender Medikamente wird nicht empfohlen, da sie die physiologischen Reaktionen verfälschen können und als Ausschlusskriterium gelten.
Die Untersuchung erfolgt in mehreren aufeinander abgestimmten Schritten. Zunächst findet ein ausführliches Vorgespräch statt, in dem Fragen erklärt und das emotionale Befinden eingeschätzt wird. Anschließend werden Kalibrierungstests durchgeführt, um individuelle Reaktionsmuster zu bestimmen. Darauf folgen mehrere Testreihen mit unterschiedlichen Methodiken, um die Ergebnisse gegenseitig abzusichern.
Nach Abschluss erfolgt die Auswertung der Daten. In qualitätsorientierten Verfahren kann zusätzlich eine unabhängige Zweitbewertung erfolgen, um die Objektivität weiter zu erhöhen.
Für eine zuverlässige Untersuchung wird empfohlen:
Versuche, den Polygraphen zu manipulieren, werden in professionellen Verfahren erkannt und dokumentiert. Erfahrungsgemäß besteht ein Manipulationsinteresse vor allem bei Personen, die Informationen verbergen möchten.
Ein Lügendetektortest bei Untreue ist dann sinnvoll, wenn Gespräche keine Klarheit mehr bringen und Unsicherheit die Beziehung belastet. Er dient nicht der Eskalation, sondern der sachlichen Klärung. Das Ergebnis schreibt keine Entscheidung vor, ermöglicht jedoch einen bewussten Umgang mit der Situation. In der europäischen Praxis gilt Klarheit als Voraussetzung für emotionale Stabilität und faire Entscheidungen.
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